Migränekalender

Warum ist ein Migränekalender wichtig?

Die Führung eines Migränekalenders ist unverzichtbar, um die Auslöser (Trigger) von Migräneanfällen zu identifizieren. Nur wenn man bei jedem Anfall alle Begleitumstände genau dokumentiert und damit auch die persönlichen Trigger erfasst, lassen sich diese erkennen und in Zukunft vermeiden.

Des Weiteren ist ein Migränetagebuch wichtig, um bei medikamentöser Einstellung eine Verlaufskontrolle des Therapieerfolges zu haben. So lässt sich erkennen, ob ein Medikament wirkt und wie es Art und Dauer der Attacken beeinflusst.

Trigger wie auch Therapiebeurteilung sind für den behandelnden Arzt wichtig, der Ihnen anhand Ihres Migränekalenders bei der Identifizierung von Auslösern und der Wahl eines geeigneten Medikamentes helfen kann.

Wie lange muss ich einen Migränekalender führen?

Auslöser und Therapieerfolg lassen sich nicht innerhalb von zwei, drei Tagen erfassen. Daher müssen Sie Ihren Migränekalender gewissenhaft und detailliert über einen längeren Zeitraum führen. Selbst wenn Sie ein geeignetes Medikament gefunden haben und nur noch selten Attacken erleben, sollten Sie ihn ruhig weiter ausfüllen – für den Fall, dass unvermutet doch wieder ein Anfall auftritt oder die Medikation wider Erwarten nicht mehr hilft.

Leiden Sie öfters an Migräneattacken, empfiehlt es sich den Kalender gleich als Tagebuch anzulegen, in dem Sie nicht nur die Tage mit Migräne, sondern auch die schmerzfreien Zeitabschnitte dokumentieren. Das erleichtert die Identifizierung von Triggern, da sich so auch längerfristige Umstände wie Stress und innere Unruhezustände erfassen lassen.

Am besten führen Sie den Kalender auf monatsweise gesonderten Blättern – das macht die Sache übersichtlich und erleichtert die Auswertung.

Was gehört in einen Migränekalender?

Je umfangreicher Sie Ihre Dokumentation rund um die Migräne gestalten, desto besser. Wichtig ist vor allem, dass Sie Dauer, Intensität und Art der Migräne festhalten. Schreiben Sie Datum und Uhrzeit auf, wenn Sie die ersten Anzeichen bemerken. Vermerken Sie ebenso die Länge der Kopfschmerzattacke.

Für die Erfassung des Schmerzgeschehens verwenden Sie eine Skala, etwa von eins bis drei oder besser noch bis zehn. Dokumentieren Sie zudem, ob die Schmerzen einseitig oder beidseitig auftreten und von welcher Art sie sind, also dumpf, stechend oder pulsierend.

Wichtig sind auch Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm sowie die Erscheinungen einer Aura wie Sehstörungen oder Schwindel.

Vermuten Sie bereits einen oder mehrere mögliche Auslöser, sollten Sie diese besonders im Auge behalten und festhalten, ob sie bei dem jeweiligen Anfall in Betracht kommen. Denken Sie daran, dass hierzu Nahrungsmittel und Getränke ebenso zählen können wie Stress, Wetterwechsel oder bei Frauen hormonelle Umstellungen infolge Periode, Antibabypille oder Schwangerschaft.

Für Sie selbst und gegebenenfalls Ihren Arbeitgeber sind die mit der Migräne verbundenen Ausfallzeiten in Beruf und/oder Familie von Interesse. Notieren Sie die Zeit, für die Sie dort nicht zur Verfügung stehen konnten. So bewahren Sie auch hier den Überblick.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Migränekalenders ist die Einnahme von Medikamenten. Das gilt sowohl für Präparate zur Migräneprophylaxe als auch Arzneimittel, das Sie im Akutfall einnehmen. Dazu zählen gegebenenfalls auch naturheilkundliche und homöopathische Heilmittel. Hier ist Menge und Zeitpunkt der Einnahme zu dokumentieren. Vielfach helfen Akutpräparate nur, wenn man sie rechtzeitig bei den ersten Anzeichen einer Aura einnimmt. So können Sie besser abschätzen, wie zügig und wie viel Sie von einem geeigneten Präparat anwenden müssen.

Wichtig: Nutzen Sie einen einfach zu führenden Migränekalender!

Auch wenn alles so genau dokumentiert werden sollte wie möglich: Achten Sie auf einen Kalender, der Ihnen zusagt und der einfach, übersichtlich und leicht zu führen ist. Ankreuzen geht allemal schneller als einen vollständigen Satz formulieren.

Müssen Sie jedes Mal überlegen, was Sie schreiben sollen und wo was hingehört oder dauert das Ausfüllen gefühlte Ewigkeiten, ist das kontraproduktiv für die Motivation. Dann verschwindet der angefangene Kalender erfahrungsgemäß ganz schnell in der Schublade, ohne seinen Zweck erfüllt zu haben.

Woher bekomme ich einen Migränekalender?

Kopfschmerzkalender und Migränekalender in gedruckter Form bekommen Sie in Ihrer Apotheke oder in Buchhandlungen. Im Internet finden Sie verschiedene Varianten zum kostenlosen Download und Ausdrucken, etwa auf der Internetseite der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. – sogar in verschiedenen Sprachen.

Die Schmerzklinik Kiel bietet eine Migraine App als Online-Migränekalender an, der sich im Internetbrowser oder auf iPhone und iPad ausfüllen lässt.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG): Kalender für Migräne, Cluster-Kopfschmerz und Trigeminus-Neuralgie auf deutsch und in anderen Sprachen. Link.
  • Schmerzklinik Kiel: Migraine App – Der neue online Migränekalender. Link.